Landschaftspflege

Die Skudden fressen alle Art von Gräsern und Kraut und beugen der Verbuschung vor. Sie sind in ihrer Pflegewirkung fast so radikal wie Ziegen, welche besonders durch das Abschälen von Rinde ganze Hecken vernichten. Jedoch bedienen sich die Skudden an einer weitaus größeren Auswahl an Vegetation als Vertreter von Schafrassen, die auf Fleisch – oder Wollproduktion gezüchtet werden.
Allgemein unterscheiden sich kleinere Wiederkäuer von Rindern oder Pferden durch eine schonendere Trittwirkung.
Der Tritt der Klauen verdichtet den Boden, der sogenannte „goldene Tritt“. Dieser erlangt besondere Bedeutung auf Deichanlagen. Die Einwanderung von Wühlmäusen kann so verhindert werden.
Im Gegensatz zur mechanischen Pflege (Mahd oder Mulchen) erhält die Beweidung mit Schafen eine weide- und standorttypische Vegetation.
Aktuell geht es bei uns in Bayern um Artenvielfalt und Insektensterben.
Die faunische Artenvielfalt (Insekten, Laufkäfer, etc.) werden durch die Beweidung kaum beeinträchtigt.
Durch die Sogwirkung von Kreiselmähern werden zahlreiche Insekten getötet. Bodenbrüter werden unter Umständen vertrieben.
Dazu ist die Landschaftspflege durch Beweidung die kostengünstigere Alternative.
Die Schafe transportieren Pflanzen- und Insektenarten. So tragen Hüteschafe bis zu 100 verschiedene Pflanzenarten und fast 30 Tierarten in der Wolle, Kot und dem Zwischenklauenspalt von einem Ort zum anderen. Auf einem Tier wurden über 8500 Diasporen (Samen, Früchte) gefunden. Somit werden Lebensräume vernetzt und der Individuenaustausch sicher gestellt.
Zu beachten ist, dass die Besatzstärke und der Beweidungszeitpunkt an die jeweiligen Flächen angepasst ist.

 

Ergänzende Quelle: Schafe in Koppel- und Hütehaltung, Stanislaus von Korn, Ulmer Verlag